Aus dem Newsletter des VDB:

Die Flutwelle rund um das Ahrtal wird niemand vergessen. Die Not der Einen und das Anpacken der Anderen sind in einer existentiellen Notlage das Entscheidende.
Oft sammeln Mitarbeiter für die Betroffenen von Erdbeben, Überflutungen oder Hungersnöten. Ebenso unterstützen die Firmen ihre Mitarbeiter dabei und erhöhen den Betrag aus der Unternehmenskasse um die Beträge dann vertrauensvoll an Hilfsorganisationen zu überweisen. Bei Heckler & Koch in Oberndorf kamen €7.500 von der Belegschaft und noch mal so viel vom Betrieb. Die „Aktion Deutschland Hilft“ hat diese €15.000 mit Hinweis auf ihre ethischen Richtlinien zurückgeschickt.

Wo sind wir gelandet? Die Mitarbeiter einer Firma, die staatlich kontrolliert Waffen für Sicherheitskräfte und zivile Nutzung herstellet dürfen nicht helfen? Hier offenbart sich eine scheinheilige Doppelmoral, die für mich unerträglich ist. Haben sich solche Organisationen mal gefragt, was es bedeutet, ihre „ethischen Leitsätze“ im Alltag zu leben:

  • Bei Einbruch oder Überfall wäre polizeiliche Hilfe abzulehnen denn Sicherheitskräfte tragen Waffen.
  • Naturkatastrophen: Ablehnung von Bundeswehr und Polizei zur Sicherung der Gebiete zum Schutz vor Plünderungen, hier gehören Heckler & Koch Waffen zur Ausrüstung.
  • Evakuierungsmissionen (z.B. aus Kabul) dürften nicht militärisch gesichert werden.

Ist das im Sinne der Betroffenen? Wenn alle Schusswaffen (legale, illegale, zivile & militärische) vom Planeten verschwinden würden, gäbe es weder den ersehnten Weltfrieden, noch würde die Kriminalität abnehmen.
Kurzum: Die Mittel für Straftaten sind nahezu beliebig austauschbar und nicht Ursache, sondern „nur“ Mittel. Wie viele Menschen sind in diesem Jahr Opfer durch Küchenmesser geworden? Eine Verringerung der Opferzahlen schaffen wir nur, indem wir die Gründe und Auslöser erkennen, die Menschen zu Tätern machen. Das Übel muss an der Wurzel und nicht an den Symptomen bekämpft werden.

Ich bin wütend, dass die Erlaubnis zu helfen von Entscheidern in Organisationen abhängig ist, die damit ihre willkürlichen, von unserer gesellschaftlichen Ordnung unbeeindruckten Wertvorstellungen durchzusetzen versuchen. Die empfangswilligen Opfer verschwinden dabei aus dem Fokus, als ginge es nicht darum Not zu lindern sondern um Befindlichkeiten. Daher kam mir der Gedanke, hier die Bankverbindung von „Aktion Deutschland Hilft“ zu nennen, damit jeder einen symbolischen Euro mit dem Betreff – von einem Jäger, Sportschützen, Waffenfachhändler überweist. Doch das wäre nur eine Trotzreaktion die den Opfern nicht hilft, sondern meinen Unmut nur kurz betäubt.

Ich will lieber konstruktiv sein und einen anderen Vorschlag machen:

VDB e.V.
IBAN: DE95 5139 0000 0025 5887 11
Betreff: Spende Flutopfer

Der VDB wird zeigen, wie viel Geld zusammenkommt und Sorge tragen, dass es 1:1 bei den Geschädigten der Flut ankommt.
Gerne können Sie uns an abruf@vdb-waffen.de schreiben, wem wir aus welchen Grund beistehen sollten.

Starten Sie gut in die neue Woche, 

Ihr Ingo Meinhard
(VDB Geschäftsführer)

Anhang

Offener Brief von Heckler & Koch


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